Purer Lebenswille

Über

Ich bin wie Du! Ein Mensch mit Emotionen, Passionen und Leidenschaft.

 

Meine Leidenschaft gehört unter anderem meinen Katzen. Insbesondere Emilio, mit dem mich ein enges Band verknüpft. Er hat mich gelehrt Geduld zu bewahren, Hoffnung zu hegen, wo keiner Hoffnung schenkt und den Glauben an den Lebenswillen zu behalten.

Hier ist Emilios Geschichte eines Lebens, das mit einem kleinen Handicap begann und fast mit dem Tode endete.

Alter: 50
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
hatte ich Traeume, die ich jetzt immer noch lebe.

Wenn ich mal groß bin...:
werde ich nie werden, denn nur mit den Augen eines Kindes sieht man die Wunder der Welt

In der Woche...:
erwarte ich einen Sonnenstrahl, der das Dunkle durchbricht.

Ich wünsche mir...:
Mehr Menschen mit Humor, das Leben ist verbissen genug.

Ich glaube...:
an vieles.

Ich liebe...:
das Leben, eine groessere Herausforderung gibt es wohl kaum.

Man erkennt mich an...:
dem Widerstand, den man zunaechst ueberwinden muss, um mich wirklich kennen zu lernen.

Ich grüße...:
meine Feinde und meine Freunde.



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Fortsetzug Emilios Geschichte

Ein Wesen, das wie eine Katze aussieht, das auch so riecht wie eine Katze, aber noch einen Zusatz am Po trägt und dazu nicht laufen kann. Emilio konnte selbstständig in die Küche rutschen und nahm an den gemeinsamen Mahlzeiten teil.

Es war schon erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit Emilio durch die Wohnung rutschte. Zeitweise war er auf dem Po schneller als seine vierbeinigen Freunde. Sein Oberkörper wurde zusehends muskulöser, und ich begann langsam damit, ihn häufiger auf seine Hinterläufe zu stellen. Gerade die Mahlzeiten boten sich dafür an, da er so stark auf das Futter konzentriert war. Er bekam überhaupt nicht mit, was ich mit seinen Hinterläufen anstellte. Zu Beginn konnte er sich nicht halten und fiel schnell auf seinen Po zurück. Kurze Zeit später war er jedoch in der Lage, sein Becken einige Sekunden hochzuhalten. Aus Sekunden wurden Minuten und aus Minuten - Selbständigkeit!

Der natürliche Bewegungsablauf beim Gehen war Emilio fremd geworden, zumal der hintere Bereich eine ganze Zeitlang für ihn nicht spürbar war. Damit er sich wieder erinnerte, nahm ich ein Handtuch zur Hilfe. Ich legte es ihm quer unter den Bauch, so dass beide Enden links und rechts herausragten. Dann nahm ich beide Enden hoch und hob Emilio somit in die Luft. Die Hinterläufe hatten jetzt keine Last zu tragen und konnten theoretisch bewegt werden. Emilio verstand nicht, was ich von ihm erwartete. Also legte ich das Handtuch wieder ab und umfasste mit beiden Händen sein Becken, hob ihn auf und übte leichten Druck nach vorne aus.

Jetzt! Er hatte es begriffen!

Unbeholfen und schwerfällig stakste er nach vorne. Ein paar Meter nur, und er war erschöpft. Aber das Erfolgserlebnis zählte! Ich konnte sicher sein, dass er nun geistig umsetzen konnte, was ich mit dem Handtuch eigentlich von ihm erwartete. Er machte aktiv mit und seinem Gesicht war anzusehen, dass es ein komisches Erlebnis für ihn war, seine Pfoten auf dem kalten Boden zu spüren. Die Beckenentlastung durch das Handtuch erleichterte das Üben des natürlichen Bewegungsablaufes und Emilio belohnte mich, indem er, nach einigem Üben, die Hinterläufe selbstständig nach vorne bewegte.

Emilio saß an seinem Napf, hob das Becken ganz alleine an und konnte diese Haltung einige Minuten beibehalten. Dieser Kater war und ist unglaublich. Wie viel Lebenswillen und welche Stärke ist nötig, um diese Unfallfolgen zu überwinden! In den folgenden Tagen zeigte Emilio seine wirkliche Stärke. Er überwand die Schmerzen und setzte immer häufiger ganz bewusst seine Hinterläufe ein. Das Gangbild war sehr unsicher, aber gegenüber der vorherigen Prognose war das ein unglaublich schöner Anblick. Wenn ihn die Kräfte verließen, knickten die Läufe wieder ein, die Anstrengung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Aber Emilio war tapfer. Er wurde mobiler und baute seine Kondition auf.

Mir stellte sich jetzt die Frage, ob der richtige Zeitpunkt gekommen war, die Windel zu entfernen. Mein Kater hat mir vertraut, und nun war ich an der Reihe, ihm zu vertrauen. Zwei Katzentoiletten fanden ihren Platz im Wohnzimmer, eine in der Nähe seines Schlafplatzes und eine am Katzenkratzbaum. Die Toiletten hatten wir mit einer Art Rampe umbaut, damit Emilio leichter Zugang finden konnte. Es war fast wie bei einem Kleinkind in der Übergangsphase von der Benutzung der Windel zur Benutzung der Toilette. Tagsüber bewegte sich Emilio ohne Windel durch die Wohnung, nachts wurde er gewickelt. Malheure passierten hin und wieder, aber er zeigte uns täglich, dass er Fortschritte machte.

Die Pfützen wurden weniger!

Als schwieriger stellte sich der Kotabsatz heraus. Emilio konnte seit dem Unfall seinen Schwanz nicht heben und hatte entsprechende Verunreinigungen in seinem Fell, die sich jedoch im Rahmen hielten und auch schnell beseitigt waren.

Eines Abends zeigte mir meine tapfere kleine Fellnase, dass er der Ansicht war, über Nacht keine Windel mehr zu benötigen. Morgens stellte ich fest, dass er sich die Windel über Nacht einfach mal so ausgezogen hatte. Ist er nicht klug? Im Gegensatz zu mir. Zweibeiner sind aber auch manchmal begriffsstutzig... Na, ja! Ich dachte nur: „Okay, was kann schon großartig passieren? Versuchen wir es einfach, und wenn es nicht klappt, braucht er halt noch ein wenig Zeit.“. Seit diesem Abend trägt mein geliebtes Pelzgesicht Emilio keine Windel mehr.

Manchmal muss man seinen Vierbeinern vertrauen: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“

 

24.10.13 13:50, kommentieren

Fortsetzung Emilios Geschichte

Emilios Genesung habe ich per Video dokumentiert. Hier der erste Film.

 

http://www.youtube.com/watch?v=n5b0nVzRwxY

 

Er hat es in diesem Moment geschafft, sich für wenige Sekunden aufrecht zu halten. Das war ein großer Fortschritt, weil er sich bis zu diesem Zeitpunkt nur mit den Vorderläufen vorwärts bewegt hat.

23.10.13 20:24, kommentieren